Sonderpädagogisches Förderzentrum (SFZ) Neumarkt

Das SFZ Neumarkt ist eine von vier Förderschulen, die im Landkreis Neumarkt zu finden sind. Der Sachaufwandsträger unserer Schule ist der Landkreis Neumarkt.

 

 

Die Angebote der Schule im Überblick

Schülerzahlen (Stand: 1. Oktober 2016)

Im Schuljahr 2016/17 werden 166 Kinder und Jugendliche unterrichtet bzw. betreut.

Davon sind 135 Schülerinnen und Schüler, die in 11 Klassen in den Klassenstufen 1-9 unterrichtet werden. 31 Kinder besuchen die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE).

Förderschwerpunkte am SFZ

In unserem Haus werden Kinder und Jugendliche unterrichtet und betreut, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung haben.

  
Beratungsangebote am SFZ Neumarkt

Staatliche Beratungsangebote

Wie an jeder staatlichen Schule in Bayern gibt es auch am SFZ eine qualifizierte Beratungslehrerin und eine staatliche Schulpsychologin. Frau Alexandra Schmitt und Frau Christa Bauer helfen bei Fragen zur Schullaufbahn, zur beruflichen Orientierung, bei Lern-, Leistungs- und Verhaltens­schwierigkeiten. Daneben beraten die Beratungsfachkräfte bei schulischen Krisen­situationen und bei besonderen Begabungen.

Schulseelsorge / Schulpastorale

Die Schulseelsorge ist ein Angebot der evangelischen Kirche und die Schulpastoral ein Angebot der katholischen Kirche. Schülerinnen und Schüler und Eltern haben hier die Möglichkeit ihre Sorgen und Probleme mit den Religionspädagoginnen Susann Richter und Bianca Enzenberger zu besprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Das Angebot richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler und Eltern, unabhängig von ihrer Religion bzw. Konfession.

Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS)

Die Jugendsozialarbeit ist ein Angebot des Landkreises Neumarkt und richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer. Die Jugendsozialarbeit ist ein vertrauliches, freiwilliges und kostenloses Angebot, das schnelle und unbürokratische Hilfe vor Ort und Zusammenarbeit mit anderen Institutionen ermöglicht. Zuständig ist die Dipl. Sozialpädagogin (FH) Frau Janina Nold. Mögliche Themen der Beratung können sein: Probleme in der Persönlichkeitsentwicklung, Konflikte im Elternhaus, Schulschwierigkeiten, soziale Auffälligkeiten usw.

Offene Sonderpädagogische Beratungsstelle (OSB)

Die OSB ist ein Angebot für Eltern, Schüler und Lehrkräfte im Rahmen des MSD. Wir beraten streng vertraulich zu allen schulischen Fragen in Zusammenhang mit einem vermuteten oder bestätigten sonderpädagogischen Förderbedarf. Ein Schwerpunkt neben der Beratung ist die sonderpädagogische Diagnostik.

Terminvereinbarungen sind über die Verwaltung des SFZ (09181/90 50 38) von Montag bis Freitag zwischen  7.30 Uhr und 12.30 Uhr möglich.

Schulvorbereitende Einrichtung (SVE)

In den drei Gruppen der SVE werden derzeit 31 Vorschulkinder im Alter von drei bis sechs Jahren mit Entwicklungsverzögerungen in den Bereichen Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung auf den Eintritt in die Schule vorbereitet. Die Gruppengröße beträgt ca. 10 Kinder pro Gruppe.

Die fachliche Leitung obliegt der Schulleitung des SFZ. Die Lebenshilfe Neumarkt e. V. ist der Träger der SVE und der Tagesstätte.

Am Vormittag werden die Kinder von Heilpädagoginnen in ihrer kognitiven, motorischen, emotionalen und sozialen Entwicklung intensiv gefördert. Notwendige außerschulische therapeutische Interventionen (Motopädagogik, Ergotherapie, Logopädie etc.) werden von außerschulischen Fachkräften direkt in unserem Haus durchgeführt.

Der „Unterricht“ des Vormittags wird am Nachmittag von den erzieherischen Fachkräften der Lebenshilfe in der Heilpädagogischen Tagesstätte bis 15.30 Uhr fortgesetzt.

Am Ende der SVE-Zeit wird den Eltern eine Empfehlung gegeben, ob ihr Kind in die Grundschule oder in die Diagnose- und Förderklasse am SFZ eingeschult werden soll. Die Entscheidung treffen die Eltern.

Mobile sonderpädagogische Hilfen (msH)

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der msH (mobile sonderpädagogische Hilfe) unterstützen die Kindergärten im Sprengel der Schule bei ihrer Arbeit mit Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Regelkindergarten.

Diagnose- und Förderklasse (DFK)

In der DFK wird der Stoff der ersten beiden Grundschuljahre auf drei Schuljahre (1, 1A und 2) verteilt. Die Kinder haben daher ein Jahr länger Zeit, die Inhalte des Lehrplans der Grundschule (1. und 2. Klasse) zu erwerben. Maximal 14 Kinder werden mit speziellen sonderpädagogischen Methoden unterrichtet. Im laufenden Schuljahr sind durchschnittlich 12 Kinder in einer Klasse. Alle drei Klassen werden jahrgangsgemischt geführt. Das heißt, dass in jeder Klasse Kinder aus dem ersten, zweiten und dritten Schulbesuchsjahr gemeinsam unterrichtet werden.

Eine Rückführung an die Sprengelgrundschule, die Schule mit dem Schulprofil Inklusion (Deining) oder eine Kooperationsklasse der Grundschule ist zu Beginn eines Schuljahres möglich. Ein günstiger Zeitpunkt zur Rückführung ist u. E. am Ende der Klasse 1A gegeben.

Grundschulstufe in den Klassen 3 und 4

Im Anschluss an die DFK wechseln die Kinder, sofern sie nicht an die Grundschule zurückgeführt wurden, in die Klasse 3 und danach in die Klasse 4. Dort wird nach dem Rahmenlehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen (vgl. unten) unterrichtet.

Mobile Sonderpädagogische Dienste im Grundschulbereich (MSD)

Die Lehrkräfte unserer Schule unterstützen die Grundschulen im Landkreis im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel vor Ort in den Schulen. Sie betreuen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Grundschulen mit dem Ziel, eine Überweisung an das SFZ möglichst zu verhindern.

Neben der Beratung der Lehrkräfte und der Eltern fördern sie die Kinder der Grundschule im Unterricht oder in Kleingruppen. Außerdem koordinieren sie die Förderung und bieten in den Schulen Fortbildungen an.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt für die MSD-Mitarbeiter/innen ist die Arbeit in Kooperationsklassen.

Kooperationsklassen sind Klassen der Grund- und Mittelschulen, die von Sonderpädagogen des SFZ (MSD) unterstützt werden. Dort werden Kinder ohne Förderbedarf und eine Gruppe von Kindern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam unterrichtet. Stundenweise kommt eine Lehrkraft aus dem MSD hinzu.

Im laufenden Schuljahr hat das Schulamt Neumarkt 9 Kooperationsklassen eingerichtet. Die Einrichtung von Kooperationsklassen, auch in der ersten Klasse, ist nach Ansicht von uns Sonderpädagogen eine geeignete Möglichkeit, um die Grund- und Mittelschulen auf ihrem Weg zu einer inklusiven Schule zu unterstützen und  zu begleiten.

Schulprofil Inklusion

Seit September 2012 gibt es in der Grundschule Deining das Schulprofil Inklusion. Eine Lehrkraft für Sonderpädagogik aus dem SFZ begleitet diese Entwicklung mit 13 Stunden pro Woche. Seit September 2013 hat auch die Mittelschule in Deining das Schulprofil Inklusion bekommen. Das SFZ unterstützt diese Arbeit mit ebenfalls 13 Stunden einer Lehrkraft für Sonderpädagogik.

Zusätzlich wird die sonderpädagogische Arbeit in den beiden Schulprofilen noch mit jeweils 5 Stunden aus dem MSD verstärkt.

Sonderpädagogische Stütz- und Förderklasse (SFK)

In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Landkreises bietet das SFZ Neumarkt eine sogenannte SFK für den Bereich der Klassen 2 bis 4 an. Die Kinder dieser Klasse haben einen ausgeprägten Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung. Möglicherweise kommen weitere Förderschwerpunkte, wie z. B. der Förderschwerpunkt Lernen hinzu.

Neben dem schulischen Förderbedarf liegt bei allen Kindern, die eine SFK besuchen, auch eine akute Gefährdung im sozialen Bereich vor. In der Regel ist bereits eine Maßnahme der Jugendhilfe (SGB VIII) eingeleitet worden. Weiteres Kennzeichen ist, dass die Kinder schulisch momentan weder in der Grundschule noch in einer Klasse des SFZ unterrichtet und erzogen werden können. In die SFK können Kinder aus dem gesamten Landkreis Neumarkt aufgenommen werden.

Hauptschulstufe am SFZ Neumarkt

Die Hauptschulstufe ist gegliedert in die Klassen der Mittelstufe (5 und 6) und die Klassen der Sonderpädagogischen Diagnose- und Werkstattklassen 7 bis 9. In allen Klassen wird nach dem Rahmenlehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen (vgl. unten) unterrichtet.

Ab der 7. Klasse kommt das Fach Berufs- und Lebensorientierung (BLO) hinzu. Die Kinder und Jugendlichen werden durch dieses Fach intensiv auf die Berufswahl und die berufliche Eingliederung vorbereitet.

Ergänzt wird der Unterricht durch Betriebserkundungen (7. Klasse) und durch jeweils mehrere Wochen für Praktika (8. und 9. Jahrgangsstufe).

Die Kinder der 7. Klasse nehmen an Berufsorientierungsmaßnahmen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) der Agentur für Arbeit teil. Dabei bekommen sie einen ersten Einblick in die Anforderungen der Berufswelt. Diese Maßnahmen werden bei der Handwerkskammer oder der gfi durchgeführt.

In der 8. Klasse nehmen Kinder an Berufsorientierungsmaßnahmen (BOM) der Regierung der Oberpfalz in Kooperation mit der Agentur für Arbeit teil und erhalten dabei einen gezielteren Einblick in verschiedene Berufsfelder aus dem gewerblich-technischen und hauswirtschaftlich-praktischen Bereich.

Daneben werden alle Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern in unserem Haus von einer Mitarbeiterin der Arbeitsagentur intensiv zur Berufswahl beraten.

Abschluss der Mittelschule

Seit dem Schuljahr 2011/12 besteht nach § 57 und 57 a VSO-F für Schüler, die mindestens im 9. Schulbesuchsjahr sind, die Möglichkeit Abschlüsse zur erwerben. Neben dem erfolgreichen Abschluss der Mittelschule kann auch der Abschluss im Bildungsgang des Förderschwerpunkt Lernens erreicht werden.

Die theorieentlasteten Prüfungen finden Ende Juni nach Anmeldung statt und umfassen die Fächer Deutsch, Mathematik, BLO und GSE/PCB. Daneben findet eine praktische Projektprüfung aus dem Bereich gewerblich-technische Praxis oder hauswirtschaftlich-soziale Praxis statt.

Die Teilnahme an der Prüfung ist freiwillig. Nähere Informationen können bei der Schulleitung erfragt werden.

Offene Ganztagsschule (OGS)

Für Eltern, die eine Nachmittagsbetreuung für ihr Kind wünschen, gibt es das Angebot der OGS von Klasse 1 bis Klasse 9. Der Kooperationspartner für dieses schulische Angebot ist die gfi. Unter Leitung der Sozialpädagogin (M.A.) Anita Barisic können die Eltern minimal zwei Nachmittage und maximal vier Nachmittage buchen. Ein Zusatzangebot für den Freitagnachmittag ist möglich.

Die Betreuung in der OGS beginnt mit einem gemeinsamen warmen Mittagessen. Daran schließt sich eine ca. einstündige Hausaufgaben- und Übungszeit an. Danach können die Kinder aus verschiedensten sozialpädagogischen Angeboten (Spiele, Bastelangebote, Angebote zur Berufswahl etc.) wählen. Die OGS, die für die Eltern kostenfrei ist, endet um 16.00 Uhr.

Im laufenden Schuljahr besuchen 46 Schülerinnen und Schüler die Offene Ganztagsschule.

Mittwochs wird ein AG-Nachmittag angeboten. Die Kinder können aus verschiedenen Angeboten auswählen. Folgende Angebote stehen in diesem Schuljahr zur Auswahl: Instrumentalunterricht (Gitarre), Dart, Hip Hop/Freestyle, Amateurfunk, Zeit für Dich, Dance & more, Ich bin okay – du bist okay, Kreativ-AG.

MSD und Kooperationsklassen für den Hauptschulstufenbereich

Wie bereits für den Grundschulstufenbereich beschrieben, gibt es für die Klassenstufen 5 bis 9 analog das Angebot des MSD und der Kooperationsklassen (vgl. oben).

An zwei Schulen im Sprengel unserer Schule wird seit einigen Jahren das „Alternative schulische Angebot (AsA)“ angeboten.

AsA ist zur Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit einem Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung gedacht. Dabei arbeiten eine qualifizierte Lehrkraft der Volksschule und ein Sonderpädagoge des SFZ in der Schule zusammen. Im Vordergrund steht das Ziel, rechtzeitig bei entstehenden Verhaltensproblemen gezielt zu intervenieren, um so einen sonderpädagogischen Förderbedarf möglichst zu verhindern. Daneben werden gemeinsam hilfreiche Interventionen erarbeitet, um die betroffenen Kinder und deren Familien wohnortnah zu unterstützen und einen Schulwechsel zu vermeiden.

Notengebung / Individuelle Bewertung

Mit der Einführung des Rahmenlehrplans für den Förderschwerpunkt Lernen zum Schuljahr 2015/16 unterrichten wir individualisiert und kompetenzorientiert. Basis dafür ist das vom Lehrerkollegium entwickelte Schulcurriculum für unsere Schule.

Grundlage für den individualisierten Unterricht sind die im Förderplan für jedes Kind festgelegten Lernziele und Kompetenzerwartungen. In den Zeugnissen wird dann in Form eines Wortgutachtens beschrieben, in wie weit die Kinder die individuellen Kompetenzen erworben haben. Auf Noten wird verzichtet.

In der Klasse 9 und auf Antrag der Eltern auch in der Klasse 8 werden auf der Grundlage eines vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung entwickelten Kompetenzrasters für den Förderschwerpunkt Lernen Noten erteilt.

Schulentwicklung am SFZ

Wir begreifen Schulentwicklung als permanenten Prozess aller am Schulleben Beteiligten. Neben regelmäßigen Sitzungen mit dem Elternbeirat und dem Förderverein trifft sich das Schulforum ebenfalls regelmäßig. Dabei werden die Entwicklungen in der Schule reflektiert und Veränderungsprozesse angestoßen.

Von Seiten des Kollegiums findet zusätzlich zu den Konferenzen einmal im Schuljahr eine Klausurtagung statt. Die Themen werden in den vorhergehenden Gesamtkonferenzen und den Förderstufenkonferenzen vorbereitet und bei der Klausurtagung zielführend bearbeitet.

Schwerpunkte der Schulentwicklung sind:

·         Gesunde Ernährung

·         Individualisierung und Kompetenzorientierung

·         Konzept der Neuen Autorität (nach Haim Omer)

·         Sport und Bewegung

·         Medienerziehung

Derzeit wird das Schulentwicklungsprogramm überarbeitet.

Partner des SFZ Neumarkt

Wie bereits oben erwähnt, wäre die pädagogische Arbeit in unserer Schule ohne die ambitionierte Unterstützung seitens des Elternbeirats und des Fördervereins nicht in der jetzigen Form möglich. Beispielsweise führen der Förderverein und der Elternbeirat jährlich zusammen mit den Schülern und den Lehrkräften ein Sommerfest oder einen Tag der Offenen Tür durch. Die Einnahmen kommen zu 100 % den Schülern zugute. In den vergangenen Jahren wurden damit die Transportkosten für die durchgeführten Projekte in Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum am Habsberg übernommen. Daneben werden die Klassen bei Schullandheimaufenthalten oder sonstigen Lehr- und Studienfahrten unterstützt. Schließlich helfen der Elternbeirat und der Förderverein den Familien, die Schwierigkeiten haben, das Mittagessen zu finanzieren.

Als weiterer Kooperationspartner ist die Lebenshilfe e. V. Neumarkt zu nennen. Die Lebenshilfe als Träger unserer SVE leistet einen wichtigen Beitrag für das Gelingen der vorschulischen Förderung und Erziehung. Daneben versorgt die Küche der Lebenshilfe (Jura-Werkstätten) unsere Schule mit einem ausgewogenen und hochwertigen Mittagessen. Derzeit essen täglich 80 Kinder an unserer Schule zu Mittag.

Der Kooperationspartner gfi unterstützt unsere Schule als Träger der verlängerten Mittagsbetreuung und der offenen Ganztagsschule. Daneben arbeiten wir bei vielen Projekten und Maßnahmen der Berufsorientierung zusammen.

 

Stand: 21. Oktober 2016                                                     Christian Schwab, Schulleiter